Frauengruppe-Sauerland im Seminarhaus Treff

 

Ist die Zeit reif für mehr Frauen als spirituelle Lehrerinnen?Ein Interwiev mit Doris Iding

„Als ich angefangen habe, im Feld der weiblichen Spiritualität zu arbeiten,
gab es dort noch weitgehend kein Bewusstsein für Weiblichkeit.
Ich musste sogar immer erklären, was weibliche Spiritualität ist.
Erst in den letzten fünf Jahren hat es eine offensichtliche Veränderung
gegeben. Und zwar eine sehr rasante.

Frauen „aufzuwecken“, d.h. das zu tun, was wir in den letzten Jahren
gemacht haben, ist jetzt an der Zeit. Es fühlt sich so an, als würde es uns
mit Hilfe des Trainings tatsächlich gelingen,
immer tiefer zum Ursprung der Weiblichkeit vorzudringen.
Aber natürlich ist die weibliche spirituelle Praxis nichts, das wir erfunden haben!
Es ist eher eine Entdeckung in uns selbst, die gerade stattfindet.
Es passiert etwas Unglaubliches! Durch unsere Arbeit
und das Erwecken der weiblichen Spiritualität
erreichen wir Frauen auf dem ganzen Planeten.
Das Interesse daran verbreitet sich sehr schnell.
Die Art und Weise, wie die Frauen zu uns kommen,
ist dabei manchmal wirklich erstaunlich. Oft scheint es zufällig,
dass jemand zu einem Seminar von mir kommt,
und gleichzeitig ist es so,
als hätte ihr Platz hier im Kreis der Frauen seit Anbeginn der Zeit genau auf sie gewartet.
Hier erinnern die Frauen sich an sich selbst.

Als Lehrerin habe ich eine sehr intime Beziehung zu meinem Frauenzirkel.
Ich sehe es als meine Aufgabe, diesem Feld zu dienen.
Es fühlt sich an, als würde dieses Feld auch seit Anbeginn der Zeit existieren.
Geschaffen wurde es von Frauen, die einen Weg gefunden haben,
sich mit diesem Geheimnis zu verbinden.
Auf unsere eigene Weise tun wir das die ganze Zeit.
Und nun ist es das erste Mal in der Geschichte,
dass wir mit Hilfe der Technik die Möglichkeit haben,
uns zu finden.

Was genau zeichnet weibliche Spiritualität aus?

Ich habe vorhin erwähnt, dass ich sehr vorsichtig damit bin,
maskulin und feminin zu trennen. Es sind bloß Wörter, die in dieselb
Richtung zeigen. Aber es gibt Aspekte, die meiner Ansicht nach Teil der
weiblichen Spiritualität si nd, z.B. dass die Spiritualität aus unserem
Körper kommt und wir sie auf einem direkten Weg erfahren.
Wir arbeiten mit Gefühlen,
aber nicht in der Form, dass es sich dabei um ein Problem handelt,
das gelöst werden muss.
Es werden ein unglaublicher Frieden und eine Freiheit in einer Frau geschaffen,
wenn sie wieder erlernt, in einer angenehmen Weise mit ihren Gefühlen zu leben.
Für eine Frau ist dies oft ein Punkt, an dem sie hängen bleibt und unbewusst wird.
Wenn wir lernen, dass Gefühle keine Probleme sind,
können sie sogar ein Teil unserer Stärke werden.
Für mich ist ein wichtiger Aspekt der weiblichen Spiritualität der,
dass wir die Trennung zwischen männlich und weiblich überwinden.
Denn nur jenseits der Polarität findet tiefe Heilung statt.
Und diese ist dringend notwendig, denn die Polarität hat unsere Kultur so lange beeinflusst.”